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Haushaltsreiniger

Ammoniak (Ammoniumhydroxid)

Ammoniak ist eine stechend riechende Base, die in Glas- und Glanzreinigern verwendet wird, um Fett streifenfrei zu lösen. In Haushaltsprodukten ist es verdünnt enthalten, seine Dämpfe reizen jedoch Augen und Atemwege. Niemals mit Chlorbleiche mischen: Die Mischung setzt giftige Chloramin-Gase frei.

INCI: AmmoniaAuch bekannt als: NH3, Ammonium Hydroxide, Ammoniak, Ammoniakwasser, Ammoniumhydroxid, Salmiakgeist

Risikobereich

1 ist das niedrigste, 10 das höchste Risiko. Der Bereich hängt von der Menge, davon, ob das Produkt abgespült wird, und von der Anwendung ab. Die Temiz-İçerik-App nutzt dieselben Bereiche.

Haushaltsreiniger 5,5–7,0/10

Gebrauchsfertige Glassprays mit geringem Ammoniakanteil liegen am unteren Ende; konzentrierter Salmiakgeist und intensive Anwendung in geschlossenen Räumen am oberen Ende.

Was ist Ammoniak und wozu dient es?

Ammoniak ist eine Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff, die bei Raumtemperatur gasförmig ist. In Reinigungsprodukten wird die in Wasser gelöste Form, also Ammoniumhydroxid, verwendet. Dank seiner basischen Natur löst es Fett, Fingerabdrücke und Schmutzfilme; da es schnell verdunstet, hinterlässt es auf Glas und Spiegeln keine Streifen.

Ammoniak kommt auch in der Natur vor: Unser Körper bildet beim Eiweißabbau Ammoniak, und der stechende Geruch von Urin stammt größtenteils davon. Das heißt aber nicht, dass der Stoff harmlos ist, nur weil er „natürlich“ ist; entscheidend ist die Konzentration.

In welchen Produkten kommt es vor?

  • Glas-, Spiegel- und Glanzreiniger
  • Manche Allzweck-Oberflächenreiniger und Backofenreiniger
  • In Apotheken oder Baumärkten verkaufter Salmiakgeist (Ammoniakwasser)
  • Manche Haarfarben (kosmetische Verwendung, nicht Thema dieser Seite)

Auf dem Etikett steht es als „Ammoniak“, „Ammoniumhydroxid“ oder „Ammonia“. Viele Glasreiniger enthalten neben Ammoniak auch Lösungsmittel wie Butoxyethanol.

Ist es schädlich? Die wissenschaftliche Bewertung

Nach der EU-CLP-Einstufung verursachen konzentrierte Ammoniaklösungen schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden (H314), können die Atemwege reizen (H335) und sind sehr giftig für Wasserorganismen (H400). In Haushalts-Glasreinigern ist der Anteil gering, das Risiko daher viel begrenzter; trotzdem können die Dämpfe die Augen tränen lassen und im Hals brennen.

Menschen mit Asthma oder chronischen Atemwegserkrankungen reagieren empfindlicher auf Ammoniakdämpfe. Längeres Sprühen in kleinen, geschlossenen Räumen (Bad, Duschkabine) verstärkt die Reizung. Ammoniak reichert sich im Körper nicht an und ist nicht als krebserregend eingestuft; die Hauptsorge sind akute Reizungen und die Gefahr durch Mischungen.

Die wichtigste Warnung: nicht mit Chlorbleiche mischen

Wird Ammoniak oder ein ammoniakhaltiges Produkt mit Chlorbleiche gemischt, entstehen Chloramin-Gase. Diese Gase verursachen Husten, Engegefühl in der Brust, Atemnot, Augenbrennen und Übelkeit; eine starke Belastung kann Lungenschäden hinterlassen.

Die Mischung kann auch unbeabsichtigt entstehen: etwa wenn man die Toilette zuerst mit Chlorbleiche und dann mit einem ammoniakhaltigen Spray reinigt oder viel Chlorbleiche auf eine Fläche mit Urinresten gießt. Außerdem setzt auch das Mischen von Chlorbleiche mit Säuren (Salzsäure, Entkalker) Chlorgas frei.

  • Verwenden Sie immer nur ein Produkt; spülen Sie die Fläche beim Produktwechsel gründlich mit Wasser ab.
  • Öffnen Sie das Fenster oder schalten Sie die Abzugshaube ein; tragen Sie Handschuhe.
  • Füllen Sie Produkte nicht in leere Flaschen um, sondern bewahren Sie sie in den Originalbehältern auf.

Was tun bei einer Exposition?

Wenn Sie Gas oder starke Dämpfe eingeatmet haben, gehen Sie sofort an die frische Luft. Ist etwas ins Auge gelangt, spülen Sie mindestens 15 Minuten mit reichlich Wasser; bei Hautkontakt abspülen. Wurde etwas verschluckt, versuchen Sie nicht, Erbrechen herbeizuführen. Rufen Sie in jedem Fall Ihren örtlichen Giftnotruf an (in der Türkei: Nationales Giftinformationszentrum UZEM, 114); bei schweren Symptomen wie Atemnot wählen Sie die 112.

Was tun, wenn es auf dem Etikett steht?

Wer ammoniakhaltigen Glasreiniger in einem gelüfteten Raum verwendet und das Spray nicht Richtung Gesicht, sondern auf das Tuch sprüht, verringert die Belastung. Für Menschen mit Asthma oder Haushalte mit Kindern reichen zum Fensterputzen oft auch verdünnter Essig oder ein Mikrofasertuch mit Wasser. Da aber auch Essig eine Säure ist, darf er nicht mit Chlorbleiche gemischt werden.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn Ammoniak und Chlorbleiche gemischt werden?

Es entstehen giftige Chloramin-Gase, die Husten, Atemnot und Augenbrennen verursachen können. Verlassen Sie sofort den Raum, gehen Sie an die frische Luft und rufen Sie Ihren Giftnotruf an (in der Türkei: UZEM 114).

Ist Ammoniak im Glasreiniger gefährlich?

In Haushaltsprodukten ist der Anteil gering, und bei richtiger Anwendung ist das Risiko begrenzt. Intensives Sprühen in geschlossenen Räumen kann Augen und Hals reizen; Lüften reicht aus.

Warum riecht Ammoniak so stechend?

Ammoniak ist sehr flüchtig, und unsere Nase nimmt es schon in sehr geringen Konzentrationen wahr. Dieser stechende Geruch dient als Warnsignal, bevor schädliche Konzentrationen erreicht werden.

Quellen

Aktualisiert: 2026-10-11 · So bewerten wir

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