Temiz İçerik App laden
Kosmetik

UV-Filter in Sonnencreme: mineralisch oder chemisch? So lesen Sie das Etikett

Bei der Wahl einer Sonnencreme bleiben viele an der Frage „mineralisch oder chemisch?“ hängen. Diese Frage ist wichtig, aber oft weniger entscheidend als gedacht. Die beste Sonnencreme ist die, die Sie regelmäßig und in ausreichender Menge auftragen. Dennoch hilft es, die Filter auf dem Etikett zu kennen, um bei empfindlicher Haut, für Kinder oder bei bestimmten Bedenken bewusster zu wählen. In diesem Ratgeber stellen wir die wichtigsten Filter vor und erklären, worauf Sie bei Sprays achten sollten.

Aktualisiert: 2026-10-116 Min. Lesezeit

Filterarten: mineralisch und organisch

Die UV-Filter in Sonnencremes werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt. Mineralische (anorganische) Filter sind Zinkoxid und Titandioxid. Sie wirken überwiegend, indem sie UV-Strahlen absorbieren, und teilweise, indem sie sie reflektieren und streuen. Organische Filter (umgangssprachlich „chemische Filter“) sind dagegen kohlenstoffbasierte Moleküle, die UV-Strahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln.

Der Begriff „chemisch“ ist irreführend: Auch Zinkoxid ist eine Chemikalie. Deshalb verwenden wir in diesem Beitrag den Begriff „organischer Filter“. Wichtig ist: Beide Gruppen bieten bei guter Formulierung wirksamen Schutz. Viele moderne Sonnencremes kombinieren beide Gruppen, um einen Breitbandschutz zu erreichen.

Mineralische Filter: Zinkoxid und Titandioxid

  • Zinkoxid: Bietet breiten Schutz gegen UVB- und UVA-Strahlen. Es wird kaum über die Haut aufgenommen und hat ein geringes Reizpotenzial; deshalb wird es in Produkten für empfindliche Haut und für Kinder häufig bevorzugt.
  • Titandioxid: Sehr wirksam gegen UVB, beim UVA-Schutz etwas begrenzter als Zinkoxid. Auf der Haut wenig bedenklich.

Der bekannteste Nachteil mineralischer Filter ist, dass sie einen weißen Film auf der Haut hinterlassen können. Um das zu verringern, werden die Partikel verkleinert; deshalb sieht man auf dem Etikett den Zusatz „(nano)“. In der EU müssen Stoffe in Nanogröße auf dem Etikett angegeben werden, und die Verwendung der Nanoformen als Filter wurde vom SCCS bewertet. Es gilt als gesichert, dass Nanopartikel auf intakter Haut nicht in tiefere Hautschichten gelangen.

Bei Titandioxid ist der eigentliche Punkt, auf den man achten sollte, das Einatmen. Nano-Titandioxid darf in der EU nicht in Anwendungen eingesetzt werden, die zu einer Exposition der Lunge durch Einatmen führen können. In Lebensmitteln (E171) wurde eine eigene Bewertung vorgenommen, und es wurde in der EU 2022, in der Türkei 2024 aus dem Verkehr gezogen; deshalb wird es in unserer App in der Kategorie Lebensmittel hoch, in der Kategorie Kosmetik je nach Produkttyp in einem breiten Bereich eingestuft.

Organische Filter: Welche sind umstritten?

  • Oxybenzon (Benzophenone-3): Einer der umstrittensten Filter, weil er über die Haut aufgenommen werden und schwache hormonähnliche Wirkungen zeigen kann. Nach der Bewertung des SCCS wurde die zulässige Höchstkonzentration in der EU von 10 % auf 6 % in Gesichts-, Hand- und Lippenprodukten und auf 2,2 % in Körperprodukten einschließlich Sprays gesenkt; zudem ist auf dem Etikett der Hinweis „Enthält Benzophenone-3“ Pflicht. Außerdem kann er bei manchen Menschen photoallergische Reaktionen auslösen. Aus diesen Gründen wird er in unserer App in einem mittleren bis hohen Bereich eingestuft.
  • Homosalat: Nach der Bewertung des SCCS wurde die zulässige Konzentration in der EU von 10 % auf 7,34 % gesenkt und die Verwendung auf Gesichtsprodukte ohne Treibgas-Sprays (Aerosole) beschränkt; diese Regel gilt seit 2025.
  • Octocrylen: Ein UVB-Filter, der häufig eingesetzt wird, um andere Filter wie Avobenzon gegen Licht zu stabilisieren. Bei manchen Menschen kann er allergische oder photoallergische Reaktionen auslösen. Befunde, wonach sich im Produkt mit der Zeit Benzophenon bilden kann, werden diskutiert; die EU hat nach der Bewertung des SCCS die Verwendungsbedingungen aktualisiert: Die Höchstgrenze liegt allgemein bei 10 %, in Treibgas-Sprays bei 9 %.
  • Avobenzon (Butyl Methoxydibenzoylmethane): Einer der verbreitetsten UVA-Filter. Da er sich allein im Sonnenlicht zersetzen kann, wird er meist zusammen mit stabilisierenden Filtern verwendet. Er gilt als gering bis mäßig bedenklich.

In Europa sind weitere moderne Filter zugelassen (etwa Filter, die auf dem Etikett unter langen Namen wie Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine oder Methylene Bis-Benzotriazolyl Tetramethylbutylphenol erscheinen). Sie sind meist lichtstabiler und werden nur begrenzt über die Haut aufgenommen.

Worauf Sie bei Sonnensprays achten sollten

Sprays sind praktisch, vor allem für große Flächen und behaarte Körperstellen. Sie haben jedoch zwei wichtige Nachteile:

  • Zu geringe Menge: Beim Sprühen lässt sich schwer abschätzen, wie viel Produkt auf der Haut ankommt; bei Wind verteilt sich ein Teil in der Luft. Das Spray großzügig auf die Haut zu sprühen und dann mit der Hand zu verteilen, hilft, eine gleichmäßige und ausreichende Schicht zu erzielen.
  • Gefahr des Einatmens: Nicht direkt ins Gesicht sprühen. Für das Gesicht ist es besser, das Produkt zuerst in die Handfläche zu sprühen und dann aufzutragen. Achten Sie bei Kindern darauf, dass sie das Spray nicht einatmen.
  • Alkoholgehalt: Viele Sprays enthalten für schnelles Trocknen Alkohol (Alcohol Denat.); das kann trockene und empfindliche Haut austrocknen. Da sie entzündlich sind, sollten sie außerdem nicht in der Nähe von offenem Feuer aufgetragen werden.

Wichtiger als der Filter: richtig auftragen

Der LSF wird im Labor mit 2 mg Produkt pro Quadratzentimeter gemessen. Im Alltag tragen die meisten Menschen deutlich weniger auf; der tatsächliche Schutz ist dann geringer als auf dem Etikett angegeben. Für Gesicht und Hals braucht man etwa zwei Fingerlängen Creme, für den Körper mehrere Esslöffel.

Sonnencreme wird durch Schwitzen, Abtrocknen mit dem Handtuch und Baden abgetragen. Wenn Sie lange draußen sind, wird empfohlen, etwa alle zwei Stunden sowie nach jedem Schwimmen oder starken Schwitzen nachzucremen. Die Angabe „wasserfest“ zeigt, dass das Produkt seine Wirkung im Wasser eine bestimmte Zeit lang behält, macht das Nachcremen aber nicht überflüssig.

Die Angabe „Breitbandschutz“ oder das UVA-Logo der EU (der Schriftzug UVA in einem Kreis) zeigt, dass das Produkt auch beim UVA-Schutz einen bestimmten Standard erfüllt. Der LSF beschreibt dagegen nur den UVB-Schutz.

Welcher Filter für wen?

  • Empfindliche, zu Rötungen neigende Haut oder Rosazea: Produkte mit mineralischen Filtern und ohne Parfüm werden meist besser vertragen.
  • Dunkle Haut: Der Weißeleffekt mineralischer Filter kann stören; getönte mineralische Formeln oder gut verträgliche Produkte mit organischen Filtern sind eine Alternative.
  • Kinder: Häufig werden mineralische, parfümfreie Produkte speziell für Kinder gewählt. Beim Sonnenschutz für Babys unter sechs Monaten sollten die Empfehlungen der Kinderärztin oder des Kinderarztes maßgeblich sein. Einzelheiten finden Sie im Ratgeber Baby- und Kinderprodukte.
  • Sport und Strand: Wählen Sie wasserfeste Produkte, die sich leicht nachcremen lassen.

Sonnencreme sollte nicht anstelle, sondern zusätzlich zu Maßnahmen wie Schatten, Hut, Sonnenbrille und dem Meiden der Mittagssonne verwendet werden. Wenn Sie ein neues oder sich veränderndes Muttermal bemerken, ist es wichtig, eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufzusuchen.

Häufige Fragen

Ist mineralische Sonnencreme sicherer als Sonnencreme mit organischen Filtern?

Mineralische Filter werden kaum über die Haut aufgenommen und auf empfindlicher Haut meist gut vertragen. Gut formulierte Produkte mit organischen Filtern gelten innerhalb der zugelassenen Grenzen aber ebenfalls als sicher. Der wichtigste Faktor ist, das Produkt in ausreichender Menge und regelmäßig zu verwenden.

Ist der Zusatz „(nano)“ auf dem Etikett bedenklich?

In Cremes, die auf intakte Haut aufgetragen werden, sind Nano-Zinkoxid und Nano-Titandioxid nach Bewertung durch den SCCS zugelassen. Vorsicht ist beim Einatmen von Pudern und Sprays geboten.

Kann ich mit LSF 50 länger in der Sonne bleiben?

Ein hoher LSF bietet mehr UVB-Schutz, aber keinen vollständigen Schutz, und er macht das Nachcremen nicht überflüssig. Sonnencreme sollte nicht dazu dienen, die Zeit in der Sonne zu verlängern, sondern die Haut bei unvermeidbarer Sonnenexposition zu schützen.

Sollte ich Sonnencreme mit Oxybenzon wegwerfen?

Oxybenzon ist in der EU innerhalb der zugelassenen Grenzen erlaubt. Wenn Sie empfindliche Haut haben, schwanger sind oder Bedenken haben, können Sie ein Produkt ohne Oxybenzon wählen oder Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt fragen.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine persönliche medizinische Beratung. Warnhinweise auf dem Etikett und der Rat von Fachleuten haben immer Vorrang.