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Haustier

Katzen- und Hundefutter-Etiketten lesen: Zutaten, Konservierer, giftige Lebensmittel

Auf der Vorderseite der Futterpackung sind appetitliche Fleischbilder und Angaben wie „natürlich“, „Premium“ oder „getreidefrei“ zu sehen; woraus das Futter tatsächlich besteht, verrät aber das Etikett auf der Rückseite. Etiketten von Tiernahrung werden nach einer ähnlichen Logik gelesen wie die von Lebensmitteln für Menschen, doch manche Begriffe und Regeln sind anders. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie ein Katzen- oder Hundefutter-Etikett lesen, auf welche Zutaten Sie achten können und welche Lebensmittel Sie Ihrem Tier zu Hause niemals geben sollten.

Aktualisiert: 2026-10-117 Min. Lesezeit

Schauen Sie zuerst auf die Futterart: Allein- oder Ergänzungsfutter?

Eine der wichtigsten Angaben auf dem Etikett ist, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es allein gefüttert den täglichen Nährstoffbedarf des Tieres deckt. Ein Ergänzungsfuttermittel (Leckerlis, manche Nassfutter, Snacks) reicht dagegen allein nicht aus und muss zusammen mit anderem Futter gegeben werden.

Achten Sie außerdem darauf, für welches Alter und welche Lebensphase das Futter geeignet ist (Welpe bzw. Kitten, erwachsen, Senior, kastriert). Jungtiere haben in der Wachstumsphase einen anderen Bedarf an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen. In der Türkei wird Heimtiernahrung im Rahmen des Futtermittelrechts vom Ministerium für Landwirtschaft und Forsten überwacht, und die Kennzeichnungsregeln sind weitgehend an die der EU angeglichen.

Die Zutatenliste: Achten Sie auf die ersten Stellen

Auch bei Tierfutter werden die Zutaten in der Regel nach Gewicht absteigend aufgeführt. Katzen sind obligate Fleischfresser, Hunde sind Allesfresser mit Neigung zu fleischbasierter Ernährung; bei einem hochwertigen Futter erwartet man daher an erster Stelle meist eine klar benannte tierische Eiweißquelle (etwa Huhn, Lamm oder Lachs).

Dabei gibt es eine Feinheit: Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Selbst wenn „frisches Huhn“ am Anfang der Liste steht, verliert es beim Garen und Trocknen einen Großteil seines Gewichts. „Getrocknetes Hühnerprotein“ oder „Hühnermehl“ ist dagegen eine entwässerte, konzentrierte Eiweißquelle. Deshalb sollte man neben der ersten Zutat auch schauen, welche Eiweiß- und Getreidequellen danach folgen.

Auch die Angaben im Produktnamen sind aufschlussreich: „Huhn“, „mit Huhn“ und „mit Hühnergeschmack“ stehen für unterschiedliche Mindestanteile. Nach den Kennzeichnungsregeln der europäischen Heimtiernahrungsindustrie (FEDIAF) bedeutet ein Produktname, der direkt „Huhn“ lautet, mindestens 26 % Huhn, „reich an Huhn“ mindestens 14 % und „mit Huhn“ (with chicken) mindestens 4 %. Die Angabe „mit …geschmack“ zeigt dagegen, dass der Anteil der Zutat unter 4 % liegt oder der Geschmack sogar nur durch einen Aromastoff erzeugt werden kann. Ist der Prozentanteil der Zutat angegeben, ist dieser die klarste Information.

Nebenerzeugnisse: ein Grund zur Sorge?

Die Angaben „tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ beunruhigen viele Menschen. Sie können Innereien (wie Leber, Niere, Herz) und andere tierische Teile umfassen, die als Lebensmittel für Menschen wenig verzehrt werden, aber nahrhaft sein können. In der Natur fressen Fleischfresser auch die Innereien ihrer Beute; diese Organe sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Das eigentliche Problem ist, dass die Angabe allgemein und unbestimmt ist: Von welchem Tier und aus welchen Teilen sie stammt, ist nicht immer erkennbar. Angaben mit benannter Herkunft („Hühnerleber“, „Lammfleisch“) sind transparenter. Für Tiere mit Allergie gegen ein bestimmtes Eiweiß ist diese Transparenz ebenfalls wichtig, denn allgemeine Angaben können verschiedene Tierarten einschließen.

Konservierungsmittel und andere Zusatzstoffe

  • Natürliche Antioxidantien: Gemischte Tocopherole (Vitamin E) und Rosmarinextrakt werden häufig eingesetzt, um das Ranzigwerden der Fette im Futter zu verhindern, und sind wenig bedenklich. Futter mit diesen Konservierungsmitteln kann eine kürzere Haltbarkeit haben.
  • Synthetische Antioxidantien: BHA und BHT verhindern den Verderb von Fetten wirksam und werden in zulässigen Grenzen verwendet. BHA ist von der IARC in Gruppe 2B eingestuft (möglicherweise krebserregend für den Menschen; begrenzte Belege); deshalb bevorzugen manche Halter Futter ohne diese Stoffe.
  • Propylenglykol: Es kann in Nass- und halbfeuchtem Futter als Feuchthaltemittel verwendet werden. Für Hunde gilt es in den zulässigen Grenzen als akzeptabel, für Katzen ist es jedoch ungeeignet. Da es bei Katzen Veränderungen an den roten Blutkörperchen (Bildung von Heinz-Körperchen) verursachen kann, wurde die Zulassung als Zusatzstoff in Katzenfutter in der EU 1991 aufgehoben, und auch die US-Behörde FDA hat die Verwendung in Katzenfutter verboten. In unserer App wird dieser Stoff in der Kategorie Heimtier in einem breiten und hohen Bereich eingestuft; das obere Ende spiegelt Katzenfutter wider.
  • Farbstoffe und Zucker: Farbstoffe wie Zuckerkulör sollen das Futter für das Auge der Halter attraktiv machen; für Katzen und Hunde spielt die Farbe keine Rolle. Auch Süßungsmittel wie Zucker und Sirup sind ernährungsphysiologisch nicht notwendig.
  • Verdickungsmittel: In Nassfutter sorgen Stoffe wie Carrageen oder Guarkernmehl für Gelee- und Soßenkonsistenz. Bei Tieren mit empfindlichem Verdauungssystem kann man dies mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprechen.

Die Tabelle der analytischen Bestandteile

Auf dem Etikett werden Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit in Prozent angegeben. Diese Werte helfen Ihnen, das Nährstoffprofil des Futters zu verstehen. Vorsicht beim Vergleich von Trocken- und Nassfutter: Weil Nassfutter sehr viel Feuchtigkeit enthält, wirkt sein Proteinanteil niedrig. Für einen korrekten Vergleich muss man die Werte auf die „Trockenmasse“ umrechnen, also auf den Anteil, der nach Abzug der Feuchtigkeit übrig bleibt.

Bei Katzenfutter ist es wichtig zu sehen, dass für Katzen essenzielle Nährstoffe wie Taurin zugesetzt sind. Katzen können Taurin nicht in ausreichender Menge selbst bilden; ein Mangel kann zu Herz- und Augenproblemen führen. Deshalb sollte Hundefutter Katzen nicht regelmäßig gefüttert werden.

Lebensmittel, die Sie Ihrem Tier nicht geben sollten

Neben dem Futteretikett sind auch Essensreste vom Tisch eine wichtige Risikoquelle. Manche Lebensmittel für Menschen können bei Katzen und Hunden schwere Vergiftungen verursachen:

  • Xylit: Dieses Süßungsmittel, das in zuckerfreiem Kaugummi, zuckerfreien Bonbons, manchen Erdnussbuttern und Zahnpasten vorkommt, kann bei Hunden einen gefährlichen Blutzuckerabfall und Leberschäden verursachen. Halten Sie Produkte, auf deren Etikett Xylit oder E967 steht, von Hunden fern.
  • Weintrauben und Rosinen: Sie können bei Hunden zu Nierenversagen führen; da die wirksame Menge von Hund zu Hund verschieden ist, wurde keine sichere Menge festgelegt.
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch: Roh, gekocht oder als Pulver können sie die roten Blutkörperchen schädigen. Sie sind für Katzen und Hunde riskant; dazu zählen auch Fertiggerichte mit Zwiebelpulver.
  • Schokolade und Koffein: Wegen des enthaltenen Theobromins und Koffeins ist besonders Zartbitterschokolade für Hunde gefährlich.
  • Alkohol und Hefeteig: Sie können schwere Vergiftungen verursachen.

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Tier eines dieser Lebensmittel gefressen hat, wenden Sie sich sofort an Ihre Tierarztpraxis, ohne auf Symptome zu warten. Versuchen Sie nicht selbst, Erbrechen auszulösen; tun Sie das nur, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt es anweist.

Kurze Checkliste für die Futterwahl

  • Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?
  • Passend zu Alter und Lebensphase?
  • Steht eine klar benannte tierische Eiweißquelle an erster Stelle?
  • Bei Katzenfutter: frei von Propylenglykol, Taurin zugesetzt?
  • Enthält es unnötige Farbstoffe und Zucker?
  • Passt die empfohlene Tagesmenge zu Gewicht und Aktivität Ihres Tieres?

Bei besonderen Situationen wie Nieren- oder Harnwegsproblemen, Allergien oder Gewichtsproblemen wählen Sie das Futter am besten gemeinsam mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt aus. Allgemeine Grundsätze zum Lesen von Etiketten finden Sie auch im Ratgeber Reihenfolge in der Inhaltsstoffliste.

Häufige Fragen

Zeigt Fleisch an erster Stelle der Liste, dass das Futter hochwertig ist?

Es ist ein gutes Zeichen, reicht allein aber nicht aus. Da frisches Fleisch viel Wasser enthält, kann sein Anteil nach dem Garen sinken. Man sollte auch die nachfolgenden Eiweiß- und Getreidequellen sowie die Tabelle der analytischen Bestandteile ansehen.

Ist Propylenglykol in Hundefutter sicher?

In Hundefutter darf es innerhalb der zulässigen Grenzen verwendet werden. Für Katzen ist es jedoch ungeeignet; in der EU wurde die Zulassung als Zusatzstoff für Katzenfutter aufgehoben, und auch in den USA ist die Verwendung in Katzenfutter verboten.

Ist Futter mit tierischen Nebenerzeugnissen schlecht?

Nicht unbedingt. Innereien können nahrhaft sein. Das eigentliche Problem ist, dass die Angabe nicht verrät, von welchem Tier und aus welchen Teilen sie stammen; Produkte, die die Herkunft klar nennen, sind transparenter.

Mein Hund hat Weintrauben gefressen – was soll ich tun?

Wenden Sie sich sofort an Ihre Tierarztpraxis, ohne auf Symptome zu warten. Weintrauben und Rosinen können bei Hunden Nierenschäden verursachen, und eine sichere Menge ist nicht bekannt.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine persönliche medizinische Beratung. Warnhinweise auf dem Etikett und der Rat von Fachleuten haben immer Vorrang.